Die künstliche Intelligenz formt die Begriffe von Wissenschaft und Bildung um: An die Stelle der Welt der eleganten Gleichungen treten zunehmend aus Daten erkannte Muster und genauere Vorhersagen, und die Frage „warum?" wird immer häufiger durch „was wird geschehen?" ersetzt. KI ist hervorragend in der Interpolation, bei der Extrapolation aber noch schwächer, weshalb auch die Zukunft hybrid sein dürfte: durch physikalische Gesetze angereicherte neuronale Netze (Physics-Informed Neural Networks) und aus Modellergebnissen rückentwickelte klassische Einsichten könnten gemeinsam die neue Methodik tragen. Das Ingenieurwesen wirkt, als würde es sich in Richtung Medizin verschieben — an die Stelle von Sicherheitsfaktoren und Heuristiken treten klinische-test-ähnliche Validierungen, digitale Zwillinge und Evidence-based Engineering. Auch neue Rechtsfragen rücken in den Vordergrund, vom Urheberrecht der Trainingsdaten bis zu den Persönlichkeitsrechten im Kontext des Voice-Clonings, und die Rolle der Wissenschaftlerin bzw. des Wissenschaftlers ordnet sich neu: Den Platz des klassischen „Dolmetschers" oder „Erklärers" nimmt heute der „Werkzeugmacher" ein — offen bleibt, ob in Zukunft die erklärende Rolle zurückkehrt. Auch die Umwälzung des Arbeitsmarktes wird schneller und tiefgreifender ausfallen als jede bisherige technologische Zäsur — europäische Sozialsysteme sind auf eine anhaltende strukturelle Arbeitslosigkeit von 20–40 % nicht vorbereitet, weshalb auch eine Neuausrichtung des Verhältnisses von Arbeit und Einkommen auf der Agenda landen dürfte. Darüber und über vieles mehr spricht der Vortrag, dessen Termin und Ort:
- November 2025, 16:00–18:00 Uhr, BME-Informatikgebäude, IB210, 1117 Budapest, Magyar Tudósok körútja 2.